Es ist Januar, die beste Zeit im Winter, also ist es auch Zeit für Biathlon. Die Saison der Wintersportart Nummer eins in Deutschland läuft auf Hochtouren und im Bayerischen Wald trafen sich die Athleten des IBU Cups zu ihrem fünften Wettkampf-Wochenende.

Regeneration und Wellness

Bereits am Mittwoch waren die ersten Teams angereist, viel davon nach Bodenmais. Man schätzt die Infrastruktur, wie Peter Sendel, Cheftrainer der deutschen Herren, im Interview die Wahl des Ortes begründete. Viele große Hotels, dazu die kurzen Wege hinauf zum Landesleistungszentrum am Großen Arbersee sind ideal für die Athleten, um möglichst viel Zeit zur Regeneration nutzen zu können.

Das Wetter sorgte dann dafür, dass Sportler und Trainer die Annehmlichkeiten der Bodenmaiser Hotellerie ausgiebig genießen konnten. Der Schneesturm, den Tief „Egon“ über den Bayerischen Wald trieb, machte zunächst die Loipen zu unsicher für einen Wettkampf. Bei akuter Gefahr von Schneebruch konnte Stadion-Chef Josef Schneider die Sicherheit der Athleten nicht mehr gewährleisten. Der Herren-Einzel musste auf Samstag verschoben werden. Am Nachmittag verhinderte dann dichter Schneefall die Sicht auf die Scheiben, womit auch die Damen ihren Wettkampf einen Tag verschieben mussten. Die geplanten Mixed-Staffeln wurden ersatzlos gestrichen.

Einzelwettkämpfe

„Einzelwettkämpfe sind für die IBU Cup-Athleten wichtiger, da sie für die direkte Qualifikation für die Weltcups herangezogen werden“, erklärten die Trainer beim Gespräch abends in der Waldglashütte in Bodenmais. Das Organisationskomitee hatte zum Team Captains Dinner in die Representative Location im Joska Werk 2 geladen und alle wichtigen Funktionäre waren gekommen. Björn Weisheit, der sportliche Leiter Biathlon beim DSV, lobte bei seiner Rede die strategische und professionelle Weiterentwicklung des Organisationskomitees und sieht zuversichtlich auf gemeinsame Projekte in der Zukunft. Auch der Renndirektor des IBU Cups, Felix Bitterling, zog eine sehr zufriedene und positive Bilanz des Events: „Mit der konsequenten Weiterentwicklung der OK- Struktur, dem großartigem Engagement der ca. 200 ehrenamtlichen Helfern und dem touristischen Potenzial wird die Arberregion fester Veranstaltungsort des IBU Cups sein.“

Obwohl die Wettkampfbedingungen auch tags darauf ungünstig erschienen, war das Anschießen machbar und so starteten die Herren am Samstag in die Sprints über 20 Kilometer. Philipp Nawrath, bereits Einzellauf-Dritter beim IBU Cup in Obertilliach, fuhr einen soliden 10. Platz ein. Staffel-Juniorenweltmeister Roman Rees, der sich nach einer infektbedingten Wettkampfpause vor Weihnachten in Martell mit einem 7. Platz zurückgemeldet hatte, fiel mit insgesamt 5 Schießfehlern und über 6 Minuten Rückstand auf Platz 30 ab. Lokalmatador Florian Graf aus Eppenschlag belegte den 21. Platz. Nach ihrem „Sister-Act“ im Biathlon-Weltcup in Oberhof liefen die beiden Horchler-Schwestern Nadine und Karolin auf einem guten 12. und 17. Platz ein. Die Siege gingen ausschließlich an russische Athleten mit Irina Starykh bei den Damen und Alexander Loginov bei den Herren.

Das OK und die Zukunft

Ob nun die deutschen Athleten mit ihren Ergebnissen zufrieden waren sei dahingestellt. Die Veranstalter konnten es jedenfalls sein. Schließlich hatte man unter schwierigsten Bedingungen gute und spannende Wettkämpfe abhalten können.
Großen Anteil daran haben Herbert Unnasch und sein Organisationskomitee OK Bayerischer Wald. Dieses wurde 2015 unter dem Dach der Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio GmbH gegründet, um optimal für nationale und internationale Sportevents in der Region aufgestellt zu sein. 200 freiwillige Helfer und Volunteers der Fachhochschule Deggendorf waren am Wettkampfwochenende – in Neongelb und Pink unschwer zu erkennen – unermüdlich im Einsatz, um die Betreuung der Athleten und den reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe sicherzustellen: „Ohne euch hätten wir das nie geschafft“, lobte Unnasch sein Team, als ihm IBU-Renndirektor Felix Bitterling im Anschluss an die Siegerehrungen eine Ehren-Trophäe überreichte. „Wir hoffen, dass wir uns auch künftig für Sportevents unterhalb des Weltcups verantwortlich zeichnen dürfen.“

Langweilig wird den OK-Mitarbeitern in diesen Tagen nicht: Parallel zum IBU Cup liefen bereits die Vorbereitungen für den OPA FIS-Continental Cup der Langläufer – vom 17. bis 19. Februar 2017 – und für die Deutschen Biathlon Meisterschaften – vom 09. und 10. September 2017. Der nächste IBU Cup findet dann vom 10. bis 13. Januar 2018 statt.

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Weitere Informationen zu den Wettkämpfen am Arbersee:

www.ok-bayerischer-wald.de

Komplette Ergebnisse vom IBU Cup:

Herren

Damen