Mit Geld lässt sich so einiges erreichen im Tourismus. Vor allem mit viel Geld lässt sich auch viel Blödsinn anstellen. Der Erfolg wird sich schon irgendwie einstellen, oder auch nicht. Eines lässt sich mit Finanzmitteln, egal in welcher Größenordnung, allerdings nur schwer bewerkstelligen: gute Ideen haben. Innovation, sozusagen, und Kreativität. Und genau hiervon handelt diese Geschichte!

Die Idee

Alles begann mit einer Idee. Einer Idee, die sich, wie so viele, aus logischen Schlussfolgerungen zusammensetzte. Tourismus betreiben, Übernachtungen generieren, Leute anlocken, war einer der grundlegenden Gedankengänge. Aber auch: den Einheimischen und den vorhandenen Touristen ein attraktiveres Angebot an Unterhaltung zu bieten. Und nicht zuletzt: Nachhaltigkeit solle erzeugt werden, in diesem Falle vor allem ökonomische, sprich: Wiederholungstäter sind gesucht, die nicht nur das einmalige Angebot annehmen, sondern später auch auf eigenen Faust den Weg zurück in die Urlaubsdestination finden. Glückliche Menschen also, die andere schnell mit guter Laune anstecken? Logisch, dass man so auf Musiker stößt. Der Schritt hin zur Idee, Musikkapellen und -vereine auf ihren Ausflügen nach Bodenmais zu locken, war von da an nur noch ein kleiner.

Fotos

Alles für die Gäste

„Von den Übernachtungen bis hin zu den Freizeitaktivitäten, der Planung von Ausflügen und des Auftritts vor Publikum organisieren die Mitarbeiter der Bodenmais Tourismus & Marketing GmbH (BTM) das Besuchsprogramm komplett nach den Wünschen des Vereins“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Mosandl seinen Geistesblitz. Die Kosten für die BTM beschränken sich dabei auf den Personaleinsatz, der Output ist dafür umso größer. 43 Musikgruppen konnten im Jahr 2016 bereits die Bodenmaiser und ihre Gäste begeistern, für 2017 dürfte diese Zahl noch einmal steigen. Ganz besonders nachdem die Idee, vielmehr das gesamte Projekt, nun mit dem ADAC Tourismuspreis 2017 ausgezeichnet wurde.

ADAC Tourismuspreis-Verleihung

Bei der feierlichen Gala in der Joska Waldglashütte überreichten Dr. August Markl, ADAC Präsident und Vorsitzender des ADAC Südbayern, und Ilse Aigner, Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, die eigens für diesen Anlass geschaffene Bronze-Skulptur. Seit 2009 wird dieser Preis vergeben und landete dank der „Blasmusikpauschale“ nun zum ersten mal in Niederbayern. „Ganz besonders freut mich, dass hier nicht ein millionenschweres Infrastrukturprojekt ausgezeichnet wurde, sondern eine Idee, die mit wenig finanziellen Mitteln einen großen Nutzen für den gesamten Ort und den Tourismus bringt“, betonte BTM-Geschäftsführer Bernhard Mosandl bei seiner Rede. Außerdem hatte das Projekt bereits vor der Entscheidung der Jury seine Tragkraft unter Beweis gestellt, ganz klassisch, einfach mit einem klaren Plus auf der Nutzenseite, sowohl bei den Übernachtungen als auch im erweiterten Kulturprogramm des Ortes.

Multimedia folgt auf den Plätzen

Die Zweit- und Drittplatzierten zeigten sich dagegen vor allem multimedial gut aufgestellt:
Den zweiten Platz belegte die digitale Touristen-Information in Bad Kötzting. Wer sich in der Oberpfälzer Kurstadt mit seinem Smartphone, Tablet oder Laptop mit dem öffentlichen WLAN-Netz am Ort verbindet, gelangt automatisch auf eine Willkommensseite, auf der in Untermenüs eine Vielzahl an Informationen in der Umgebung abgerufen werden können. Für Gäste ohne Endgeräte gibt es sogenannte „Touchpoints“ in den Gasthäusern, im Kurpark aber auch in der zentralen Touristen-Information mit den gleichen Funktionalitäten. Der Mehrwert: Die Gäste erhalten rund um die Uhr ein aktuelles, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Informationsangebot. Dank integriertem Videochat können sie sich von den Mitarbeitern der Touristen-Information beraten lassen und Angebote direkt buchen

Den dritten Platz belegte das Hopfen- und Biermuseum mit Touristeninformation der Stadt Spalt im Fränkischen Seenland. Das „HopfenBierGut“ nimmt seine Besucher mit auf eine unterhaltsame, erlebnisreiche Reise durch die Welt des Spalter Hopfens. Im begehbaren Braukessel nehmen die Gäste unter anderem den Brauprozess vom Hopfen zum Bier mit allen Sinnen wahr. In der Aromastation lässt sich die Vielfalt der Spalter Biere er-riechen, und bei einer anschließenden Degustation freuen sich die Besucher über eine Kostprobe an der Pro-Bier-Bar. Neben dem kulinarischen Biergenuss informiert die Touristen-Information über das vielfältige Angebot und das kulturelle Leben in der Stadt Spalt sowie im umgebenden Fränkischen Seenland.

Sonderpreis Nachhaltigkeit

Ein Novum bei der jährlichen Verleihung des ADAC Tourismuspreises war die Vergabe des Sonderpreises für Nachhaltigkeit. „Mit dem Sonderpreis wollen wir touristische Betriebe in Bayern anspornen, ihre Produkte und Dienstleistungen an den Grundsätzen der Ökologie, Ökonomie und sozialen Verantwortung auszurichten“, erklärte Markl in seiner Laudatio. Ausgezeichnet wurde das Creativhotel Luise in Erlangen. Das Familienhotel engagiert sich seit 1991 im Umweltschutz und optimiert sein ökologisches Handeln durch immer neue Projekte. Für den Innenausbau verwendet der Familienbetrieb nur Naturmaterialien und nachwachsende Rohstoffe, die am Ende in einem Recyclingprozess rückstandsfrei verwertet werden können.

Mit Ideen zum Erfolg

In gewisser Weise lässt sich auch dem Bodenmaiser Blasmusik eine ökologisch nachhaltige Komponente abgewinnen. Es musste nichts gebaut werden, um dieses touristische Angebot umzusetzen. Weder neue Infrastruktur, noch Informationstafeln oder ähnliches waren vonnöten. Einfach ein bisschen Hirnschmalz und der Mut zur richtigen Idee brachten diesen Erfolg.

Video

Die Ehrung in voller Länge

Der offizielle Trailer des ADAC

Die offizielle Präsentation des Projektes

Interview mit Staatsministerin Ilse Aigner

Links

Information zu Bodenmais und der Pauschale:

www.bodenmais.de

Informationen zum ADAC Tourismuspreis

www.adac.de/tourismuspreis-bayern