Stille, besinnliche Zeit, das ist der Dezember mit seinen Adventsfeierlichkeiten und den Weihnachtsfeiertagen. Doch wenn diese Tage vorbei sind kommt die wilde Zeit am Ende des Jahres. Dann kommt die Zeit der Perchten. Zwischen Weihnachten und Neujahr, manchmal auch darüber hinaus, treiben die schaurigen Gestalten ihr Unwesen. Oder haben wir dabei doch etwas falsch verstanden?

Geschichtliches

Im 16. Jahrhundert wurde der Name „Percht“ auf die begleitenden Teufelsgestalten übertragen, deren wildes Treiben die Kirche im 17. und 18. Jahrhundert zu unterbinden versuchte. Im 19. Jahrhundert änderte sich die Einstellung gegenüber der Volkskultur und das Perchtenlaufen und -springen wurde zum folkloristischen Schaubrauch. In der jüngsten Blüte dieses Brauchtums werden auch neu geschnitzte, groteske Masken getragen.
Das Auftreten der Perchten ist an die Winterzeit gebunden und findet hauptsächlich zur Wintersonnenwende statt. Sie ist die längste Nacht, aber gleichzeitig ist es auch die Geburt des neuen Lichtes. Das Erscheinen der Gestalten konnte während der Raunächte beobachtet werden. In der heutigen Zeit findet man dieses schaurige Treiben überwiegend im Alpenraum und im Bayerischen Wald.
Die Perchtengruppen zogen ursprünglich zu den Gehöften der Umgebung, wo sich nach dem Treiben die Perchten an Speis und Trank stärkten. Heute sind es vor allem organisierte Auftritte, die gut trainierte Perchten-Gruppen der Öffentlichkeit präsentieren. Am 5. Januar (letzte Raunacht) ist dann alles vorbei. Aber nur für ein Jahr, dann kommen sie wieder, die schaurigen, wilden Gesellen.
Trotz des schaurigen Aussehens sind Perchten Glücks- und Segensbringer. Sie sollen Haus und Hof im kommenden Jahr vor Unglück bewahren, böse Geister vertreiben und Fruchtbarkeit bringen. Wird man von einem Percht berührt soll das Glück und Gesundheit bringen und somit auf das neue Jahr vorbereiten.

Gesellige Gestalten

In Bodenmais ist der 28. Dezember das wichtigste Datum für die Perchten. Dann treten Sie im Joska Glasparadies auf, gemeinsam mit den Bodenmaiser Wolfauslasser und Goaslschnalzern, die bei den traditionellen Brauchtümern zum Jahresende nicht fehlen dürfen. Gemeinsam werden dann böse Geister oder wilde Tiere und ganz allgemein die dunkle Zeit ausgetrieben – die Tage werden schließlich wieder länger. Für die Zuschauer gibt es zwei Vorstellungen um 14 Uhr (mit Tageslicht) und um 16 Uhr (in der Dämmerung). Gerade bei der zweiten Aufführung sind die Licht- und Feuereffekte besonders eindrucksvoll und die schaurigen Masken noch beeindruckender. Im Anschluss bleibt dann genug Zeit für gemeinsame Fotos – im allgemeinen sind die Bodenmaiser Perchten nämlich sehr gesellige Gestalten. Als Zuschauer besteht keinerlei Grund, sich vor den Masken tragenden Gestalten zu fürchten.

Weiteres zum Thema:

Wer sich für die Masken interessiert dem sei auch der Herrgottschnitzer von Bodenmais empfohlen. Hier geht es zum Beitrag.

Video: Perchtenlauf Bodenmais
Fotos
Links

Bodenmais Tourismus:
www.bodenmais.de

Joska Glasparadies:
www.joska.com