Tief hängen die schwer beladenen Äste über dem Weg, vielmehr dem Pfad, der sich durch den hüfthohen Schnee schlängelt. Über uns strahlen die Sterne, während die Landschaft vom gelbwarmen Licht unserer Fackeln erhellt wird. Der Schnee scheint allgegenwärtig, unter uns, neben uns und über uns an den Bäumen. Alles um uns ist hell und die Schuhe knirschen im kalten Pulverschnee. Gibt es etwas faszinierenderes als eine Fackelwanderung im Schnee?

Zum Silberberg

Wir sind auf dem Weg zum Silberberg. Kaum eine Erhebung bietet sich besser an für diese Art des Wintergenusses. Schnell zu erreichen ist er, der Bodenmaiser Hausberg, bietet aber dennoch ein sagenhaftes Panorama, sobald der Gipfel erreicht ist. Darunter herrscht dichter Wald, gerade dann, wenn die Schneelage so üppig ausfällt wie in diesem Jahr. Bis zur Mittelstation fällt das Wandern leicht. Über den Forstweg, gut präpariert wie immer, gelangen wir schnell hinauf, die Hälfte der zu bewältigenden Höhenmeter ist leicht geschafft. Das kommt den Fackeln entgegen, die ja auch eine begrenzte Lebenszeit haben. Und schließlich wird es jetzt erst interessant.

Steil bergauf

Wir biegen ab auf den Wanderweg, als „steil“ gekennzeichnet, Richtung Gipfel. Auf Schrittbreite ist dieser Pfad von zahlreichen Füßen festgetreten, daneben beginnt entweder Wald oder tiefer Pulverschnee, im Zweifel eher beides. Nicht selten müssen wir den Kopf einziehen, wenn sich die jungen Bäume unter der Schneelast tief vor uns verneigen. Fast schon metaphorisch verneigen auch wir uns, sogar noch tiefer, um weiter voran zu kommen. Auch in unmittelbarer Ortsnähe sind die Verhältnisse zwischen Mensch und Natur noch so, wie sie sein sollten.

Panorama

Kurz vor dem Gipfel, die markanten Doppelfelsen sind bereits zu sehen, lichtet sich das Dach aus Holz und Schnee und es dauert nicht mehr lange bis das beleuchtete Kreuz im Blickfeld erscheint. Die Nacht ist klar, der Mond scheint hell mit dem Gipfelsymbol um die Wette. Unsere Fackeln werden zu Wärmespendern degradiert. Wenige Schritte später öffnet sich vor uns das Zellertal. Bodenmais liegt uns hell erleuchtet zu Füßen, weiter hinten leuchten Drachselsried und Arnbruck. Man müsste schon die richtig hohen Berge des Bayerischen Waldes erklimmen, um ähnliche Ausblicke genießen zu können. Wir versuchen uns satt zu sehen, doch es wird immer schwerer sich von diesem Panorama los zu reißen. Die Fackeln zwingen und schließlich zum Aufbruch, denn spätestens zum waldigen Abstieg sind wir wieder auf deren Licht angewiesen. Nach nicht einmal zwei Stunden sind wir zurück am Ausgangspunkt an der Talstation der Silberberg-Bahn, gefüllt mit Eindrücken für eine ganze Woche.

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