Die närrische Zeit ist vorbei, der Fasching hat mit den großen Umzügen seine hohe Zeit erlebt, nun ist die Fastenzeit angebrochen. Was sich so entbehrlich anhört ist in Bayern aber auch die Saison für ein ganz besonderes Getränk, das Starkbier. Deshalb wurde nun auch in der Bodenmaiser Ortsbrauerei, beim Adam Bräu, das erste Faß von dem besonders lange gelagerte Bier angezapft.

Die Geschichte

Die Geschichte hinter dem starken Bier ist hinlänglich bekannt, aber immer wieder gerne gehört. Schlaue Mönche, von Dienstwegen her streng zum Fasten verpflichtet, tüftelten an einer Methode um in der Zeit vor Ostern nicht allzu viel Gewicht zu verlieren. Bier brauen, vielmehr auch Bier trinken, ist ja erlaubt und so wurde ein besonders gehaltvolles Bier entwickelt. Ganz nach dem Motto: „das bisschen was ich esse kann ich auch trinken“ ernährte man sich gerne vom kalorien- und alkoholreichen Bier. Es muss eine wahrlich lustige Zeit gewesen sein.

Adam Bier

Starkbier gibt es inzwischen von fast jeder großen Brauerei. Schließlich sind es nicht mehr (nur) die fleißigen Mönche, die sich um den Gerstensaft kümmern. Doch auch hier gilt: Starkbier ist nicht gleich Starkbier. Frank Reuter, seit 20 Jahren Braumeister beim Adam Bräu, erklärt das so: Beim Adam Bräu lässt man sich die Zeit, auf das traditionelle offene Gärverfahren zu setzen. Das dauert länger, sorgt aber für bekömmlicheres Bier. Hinzu kommt eine örtliche Besonderheit. „Das Wasser in Bodenmais ist besonders weich, was für den Geschmack noch mal ein großer Vorteil ist“ freut sich der Chef der Braukessel und fügt hinzu: „Vom Adam Bier bekommt niemand Kopfschmerzen, da müsste man schon einen schlechten Schnaps dazu trinken.“

Adam Bräu Hotel

Ein weitere Besonderheit ist die Kombination aus Hotel und Brauerei. Dabei ist es keineswegs so, dass das Hotel Adam Bräu aus einer Brauerei-Wirtschaft entstanden wäre. Vielmehr war die Brauerei immer Teil des Hotels und soll auch in Zukunft ein Bestandteil des Marketing-Konzepts sein. Das Adam Bier gibt es nach wie vor nirgendwo sonst zu kaufen, außer im Hotel. Da helfen auch alle Nachfragen der bundesweit vertretenen Fans der kleinen Marke nichts. Wer Helles, Dunkles, Stark- oder Weißbier genießen möchte, muss nach Bodenmais kommen. Im Falle des Starkbieres sollte dabei nicht allzu viel Zeit vergehen, es wird schließlich nur ein begrenzte Menge gebraut. Wenn die weg ist bleibt nur eines: warten. Das nächste Starkbier wird dann wieder im Herbst angesetzt werden, bevor es zwölf Wochen später wieder ausgeschenkt werden kann.

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