Dereinst war es das praktische Essen der Bergbauern und Hirten. Heute ist es eine beliebte Brotzeit auf Berghütten: der Sterz. Eine einfache Kartoffelspeise, die es wie so viele fast vergessene Lebensmittel geschafft hat, vom „arme Leute Essen“ zur Delikatesse aufzusteigen.

Das Rezept

Gekochte, grob gestampfte Kartoffeln, dazu etwas Salz und gut mit Mehl abgemischt. Mehr ist nicht drin in der Rohmasse des schnell und leicht zubereiteten Gerichtes. Herausgebacken in Schmalz, genug Schmalz, reichlich Schmalz, wird daraus eine energiereiche Kost, ideal als Brotzeit auf Wanderungen. Die Legenden über die platzsparende Nahrung gehen soweit, dass manch Handwerker sie tagsüber in der Hosentasche transportierte, um jederzeit einen Snack parat zu haben. Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen. In Bodenmais wird der Sterz in der exzellenten Küche des Bergknappenhofes vorbereitet, angeleitet vom Chef Matthias Schweikl höchstpersönlich. Fertig gebraten wird die Kartoffelspeise dann auf dem Holzofen in der Buchhütte.

Das Lokal

Die kleine Unterkunft am Schachten unterhalb des Großen Arbers ist dabei ebenso ein Original wie die Speise selbst. Sie gehört zum Besitz der Rechtlerbauern, jener Viehzüchter aus Bodenmais, die nach wir vor das alteingesessene Recht haben ihre Rinder auf den Schachten zu treiben. Hier oben in der Hütte auf 1156 Metern Meereshöhe bleiben sie oder ihre Hirten gelegentlich über Nacht, wenn die Arbeit dies erfordert. Der Sterz ist dabei oft genug als Abendessen mit dabei.

Die Wanderung

Die Teilnehmer der Sterzwanderung erreichen den Buchhüttenschachten bereits gegen Mittag, nach zweistündiger Wanderung durch die Hochwälder um Bodenmais. Ausgangspunkt ist das Aktivzentrum Bretterschachten. Das hoch gelegene Sportzentrum liegt auf gut 1100 Metern Meereshöhe, ideal für leichtere Wanderungen mit wenig Aufstieg. Bergauf ging es trotzdem: hinauf zur Hochzell, weiter zum Diensthüttenschachten und schließlich leicht ansteigend in Richtung Buchhüttenschachten führt Wanderführer Ludwig seine Gäste. Die Holzhütte ist da schon lange in den Duft von Angebratenem und Kraut mit Speck, der traditionellen Beilage zum Sterz, gehüllt. Draußen auf den Bänken an der frischen Luft, mit einem frischen Bier vom Adam Bräu, genießen dann bis zu zwanzig Teilnehmer die traditionelle wie einzigartige Mahlzeit.

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