Er ist einer der schnellsten Menschen auf Langlaufski, Sprinter, Weltcup-Sieger und vor allem eines: ein Urgewächs des Bayerischen Waldes: Josef Wenzl. Der Zwieseler hat schon alles gesehen, was es im nordischen Skisport zu sehen gibt, Weltcups, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele und all die heiligen Stätten des Langlaufsports überall auf der Welt. Sein Trainingsrevier? Der Bretterschachten!

Der Sprinter

Seine Karriere beginnt offiziell im Alter von sechs Jahren, doch bei einem Waidler lässt es sich meist nur schwer nachdatieren, wann er genau zum ersten mal die Ski an seinen Füßen hatte. Der übliche Werdegang verläuft dann über regionale Rennen, nationale Skiveranstaltungen bis hin zu den ersten internationalen Auftritten. Wenzl wächst dabei genau zur richtigen Zeit auf. Die noch junge Disziplin Langlauf-Sprint erlebt gerade einen Boom, besonders in Deutschland. Zahlreiche Rennen entstehen, zum Teil noch mit unterschiedlichsten Wettkampfformen. Zur Jahrtausendwende hat sich dann aber die heute übliche Version mit Qualifikationsrennen und K.O.-Sprints durchgesetzt. Ideal für Josef Wenzl. Er gehört zu den schnellkräftigsten Langläufern weit und breit. Je kürzer die Strecke umso mehr kann sich der Waidler durchsetzen. Und: sein Körper regeneriert extrem schnell, sodass er bereits nach wenigen Minuten wieder bereit ist für den nächsten Final-Durchgang.

Erfolge

Äußerst populär ist die Disziplin obendrein. Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City gewinnt Peter Schlickenrieder die Silbermedaille im Sprint, eine der ersten Einzelmedaillen für die Langläufer seit vielen Jahren. Er begründet damit eine Erfolgsserie deutscher Langläufer, die die nächsten sechs Jahre anhalten soll. Und mit dabei ist ein sehr schneller junger Langläufer aus dem Bayerischen Wald: Josef Wenzl. Sein Debüt im Weltcup findet 2004 statt, ein Jahr später erringt er seine ersten Weltcup-Punkte. Es folgt eine Silbermedaille bei den U23 Weltmeisterschaften und schließlich der 27. Oktober 2007: Der City-Weltcup in Düsseldorf, eine der größten Langlauf-Veranstaltungen dieser Zeit. Und die absolut richtige Strecke für den schnellen Josef Wenzl. In einer taktischen wie physischen Meisterleistung zwingt er die versammelte Weltspitze aus Skandinavien und Russland in die Knie und gewinnt sein erstes Weltcup-Rennen. Es sollte allerdings auch sein letztes bleiben. Exakt einen Monat später unterbricht eine Schulterverletzung die Saison, die so erfolgreich begonnen hatte. Wenzl kehrt zwar schon am 27. Januar mit einem 5. Platz in Canmore in den Weltcup zurück und kann auch in den folgenden Jahren gute Platzierungen und Einsätze bei Großereignissen vorweisen, einen Sieg erringt er auf internationalem Niveau nicht mehr. Die Konstanz zeichnet ihn noch einmal aus als er in der Saison 2013/14 genug Punkte sammelt um in der Gesamtwertung der Weltcup-Sprints den dritten Platz zu belegen. Sein vielleicht größter Erfolg soweit.

Heimat am Bretterschachten

Einem ist er in all den Jahren stets treu geblieben: seiner Heimat, dem Bayerischen Wald. Auch wenn viele Trainingsmaßnahmen in den großen nordischen Zentren Deutschlands statt finden kehrt Wenzl immer gerne heim. Mit dem Bretterschachten hat er schließlich ein Trainingszentrum, das quasi zu jeder Zeit einsatzbereit scheint. Einen Winter ohne Loipen im Bodenmaiser Aktivzentrum? Gab es wohl noch nie. Und auch die Dauer der Saison, von Mitte Dezember bis Ende März ist sicherlich ein Grund, immer wieder zum Bretterschachten zurück zu kehren. Daneben spricht, laut Wenzl, auch die Loipenqualität eine gewichtige Rolle. Wer anschiebt wie ein Sprinter braucht eine feste Loipe, sonst verpufft die Kraft in den Weiten, besser gesagt den Tiefen der Schneeauflage. „Am Bretterschachten wird regelmäßig gespurt, darauf kann man sich verlassen“, weiß Josef zu berichten. Und Verlässlichkeit ist schließlich ein entscheidender Baustein im Training eines Leistungssportlers.

Video
Fotos
Links

Josef Wenzl, offizielle Seite:

www.josef-wenzl.de

Aktivzentrum Bretterschachten:

www.aktivzentrum-bodenmais.de