Glatt könnte man es mit Nervosität verwechseln, so aufgeregt wie sein Blick durch die Gegend huscht. Dabei sind wir an ausgerechnet dem Ort, der für Wolfgang Schreil am wenigsten Grund zur übertriebenen Vorsicht bietet. Wir sind am Bauwagen, mitten im Wald, an seinem Rückzugsort, seinem Kraftplatz. Der Blick sucht schlicht die Baumwipfel ab, ob seine Freunde schon da sind – und es dauert auch nicht lange, bis er die ersten Spechte, Kleiber und Meisen entdeckt hat. Dann heißt es schnell sein, seinen Blicken und Fingerzeigen folgen, um auch einen Blick auf die Waldbewohner zu erhaschen, die mitten im Winter gar nicht mal so häufig zu sehen sind. „Die haben bemerkt dass die Hütte eingeheizt ist, die wissen schon dass ich komme“, erklärt Woife den ungewöhnlichen Andrang, in dem er sich sichtlich wohl fühlt. Noch viel wohler ist im dann drinnen im gut geheizten Bauwagen.

Täglich allein

Hier ist er jeden Tag, erzählt der Woife, meistens allein oder mit seinen besten Freunden. „Ich habe zahllose Anfragen, ob man mich denn im Bauwagen besuchen darf. So gerne ich immer wieder neue Leute kennen lernen würde, es würde bei der Fülle an Zuschriften wohl ziemlich eng werden hier drin.“ Was Woife in aller Bescheidenheit nicht erwähnt: dieser Platz wäre auch nicht mehr derselbe, mit Menschenmassen wie bei einer Touristenattraktion. Dafür können alle Fans des Waidler demnächst seine besten Geschichten nachlesen.

Das Buchprojekt

Der renommierte BLV-Verlag hat ihn gebeten, an einem Buch mit zu arbeiten. Worauf andere Autoren jahrelang hin arbeiten wird ihm zugetragen. „Ich kann es immer noch nicht so recht glauben was zur Zeit gerade alles geschieht“, versucht Woife die Geschehnisse in Worte zu fassen. Nun ist er also Co-Autor an der Seite von Annette Hackbarth bei dem Buch „Zurück zur Natur – Kraftquelle Wald neu erleben“. Wer Woifes Geschichte (zusammengefasst hier) kennt könnte dahinter schon Biographische Züge vermuten. Doch das ist nicht die Intention, auch wenn natürlich vieles an Inhalt vom Wolfgang Schreil kommt. „Wie uns Draußensein zu glücklicheren Menschen macht“ wir auf dem Klappentext stehen und das trifft es schon viel mehr. Woife steuert seine Geschichten und Erlebnisse bei, ganz subjektiv aus seiner Sicht geschrieben und garniert mit zahllosen seiner Natur- und Tierfotos. Alleine die Bilder wären wohl schon ein Buch wert, die Texte dazu füllen die statischen Darstellungen mit Leben. „Hinzu kommt die wissenschaftliche Sichtweise, die von Annette beigesteuert wird. Sie hilft hoffentlich zu erklären, dass es nichts mit Zauberei oder dem „Tierflüsterer“ zu tun hat, als der ich auch gerne bezeichnet werde, wenn sich Tiere mir ganz selbstverständlich näher.“ Nein, es hat mit viel Geduld zu tun und viel Zeit, die man draußen verbringt, um sich mit den Tieren des Waldes so gut zu verstehen wie Wolfgang Schreil. Das Buch soll das dann auch verdeutlichen.

Präsentation

Am 13. April ist es dann soweit. Alle Woid Woife – Fans und die, die es noch werden wollen dürfen sich diesen Termin gerne rot im Kalender markieren. Dann gibt es die offizielle Buchpräsentation in der Joska Waldglashütte in Bodenmais. Unter dem Motto Woid Woife and friends gibt es dann ein bunten Abend mit den Silberberg Sängern und der Band Standy, die den von Wolfgang getexteten Song „Mei Hoamat is Bodenmais“ präsentieren wird. Der Abend wird beendet mit der offiziell ersten Verköstigung des Woid Woife Schnaps, um damit auch die Gemütlichkeit des Bodenmaiser Originals zu unterstreichen. Ein durchwegs lohnenswerter Termin.

Eichörnchen

Zurück in der Hütte: gerade noch ist ein Eichhörnchen vor der Fensterscheibe aufgetaucht und hat wie zum Gruße kurz hereingeschaut. Ungewöhnlich? „Ja sicher“, meint der Woid Woife, „das war ein rotes, normalerweise turnen hier nur braune Eichhörnchen herum.“ So hat jeder seine eigenen Sicht auf die Dinge.